Entscheidungen im Projekt fallen nur so gut aus wie die Daten, die ihnen zugrunde liegen. In vielen Bauprojekten liegen Kosten- und Projektdaten jedoch in unterschiedlichen Systemen. Projektentwicklungssoftware und Kostencontrolling-Tools arbeiten oft nebeneinander, ohne Daten automatisch auszutauschen.

Die Folge: fehlende Transparenz, verzögerte Entscheidungen und ein höheres Risiko für Kosten- und Terminüberschreitungen.
Abhilfe schafft eine standortunabhängige IT-Umgebung als Private-Cloud, in der alle relevanten Daten und Anwendungen zusammenlaufen und jederzeit zugänglich sind.
Warum der Weg in die Cloud für die Bauwirtschaft anders ist
Jede Branche hat bei Cloud-Migrationen ihre eigenen Herausforderungen.
In der Bauwirtschaft kommen jedoch Faktoren zusammen, die den Weg besonders machen – allen voran die starke Verankerung klassischer Branchenlösungen:
- Hohe Abhängigkeit von etablierten Tools
Kostencontrolling, Bauzeitenplanung, AVA/Leistungsverzeichnisse u. a. sind tief in den Prozessen verankert. - Geringe Mobil-/Cloud-Eignung historischer Anwendungen
Viele Programme wurden nicht für standortunabhängigen Zugriff oder den Betrieb in modernen Umgebungen entwickelt. - Uneinheitliche Datenmodelle & proprietäre Formate
BIM, AVA, Rechnungswesen & Controlling sprechen oft „verschiedene Sprachen“ – der integrierte Datenfluss leidet. - Komplexe Rechte- und Freigabestrukturen
Viele externe Partner wie Investoren, Planer, Behörden und Bauunternehmen benötigen Zugriff – aber strikt getrennt. - Wechselnde Standorte & schwankende Konnektivität
Zentrale, Außenstellen, temporäre Projektbüros – nicht immer mit stabiler Leitung. - Risiko bei Big-Bang-Umstellungen
Hoher Schulungsaufwand und Ausfallrisiken sprechen gegen den Komplettwechsel „auf einen Schlag“.
Ziel: Integration statt Austausch bestehender Systeme
Eine geschützte, standortunabhängige IT-Umgebung als Private-Cloud, die bestehende Software weiter nutzt, gezielt erweitert und über standardisierte Schnittstellen mit anderen Anwendungen verbindet, bildet die Grundlage für eine zukunftsfähige, integrierte IT-Landschaft.
Diese Umgebung bindet bestehende Fachanwendungen nahtlos in eine moderne IT-Struktur ein. Prozesse bleiben vertraut, Daten fließen automatisch zwischen den Systemen, und alle Beteiligten arbeiten mit derselben aktuellen Informationsbasis – unabhängig von Standort oder Endgerät.

Warum viele Anwendungen unterwegs an ihre Grenzen stoßen
Viele Unternehmen nutzen bereits Microsoft 365 oder Online-Speicher.
Der Knackpunkt liegt bei branchenspezifischer Software: Lösungen für Kostenverfolgung, Projektcontrolling oder Bauzeitenplanung sind häufig nicht für mobilen bzw. standortunabhängigen Zugriff optimiert.
Unsere Lösung: Wir machen diese Anwendungen in einer geschützten, standortunabhängigen Private-Cloud sicher nutzbar – unabhängig vom Standort:
- Bereitstellung über Web-Apps oder Remote-Apps – performant, sicher, nutzerfreundlich.
- Technische Erweiterung bestehender Software, wo nötig.
- Schnittstellenentwicklung, um Doppelarbeit und Datenbrüche zu vermeiden.
Praxisbeispiel:
Für die Kostenverfolgungssoftware COOR haben wir den Desktop-Client als sichere Web-App im Browser verfügbar gemacht. Der Zugriff erfolgt über ein VPN, sodass Projektbeteiligte jederzeit aktuelle Zahlen im Blick haben – ob im Büro, beim Investorengespräch oder unterwegs.
Darüber hinaus haben wir COOR mit weiteren zentralen Systemen verbunden – darunter DATEV für Finanz- und Buchhaltungsprozesse sowie DocuWare für das Dokumentenmanagement.
Das Ergebnis: Durchgängige Workflows, in denen Daten nur einmal erfasst werden müssen und sofort in allen relevanten Anwendungen zur Verfügung stehen.
Erfolgreiche Migrationsstrategie ohne Projektstillstand
Eine Cloud-Migration ist nicht nur ein Softwarewechsel, sondern eine tiefgreifende Umstellung der IT-Umgebung.
Damit der laufende Betrieb nicht unterbrochen wird, braucht es ein strukturiertes technisches Vorgehen:
1. Analyse und Planung
- Erfassung aller bestehenden Anwendungen, Datenquellen und Schnittstellen.
- Bewertung, welche Systeme in die neue IT-Umgebung migriert, ersetzt oder angebunden werden müssen.
- Klare Priorisierung nach Kritikalität für den Projektbetrieb.
2. Pilotphase im Parallelbetrieb
- Aufbau einer Testumgebung, die den späteren Produktivbetrieb abbildet.
- Migration einer ersten Anwendung oder eines definierten Datenbestands.
- Technische Tests zu Performance, Sicherheit und Zugriffsrechten
3. Stufenweiser Rollout
- Schrittweise Anbindung weiterer Anwendungen und Systeme an die neue IT-Umgebung.
- Sicherstellen, dass Schnittstellen zu Fachlösungen (z. B. COOR, DATEV, DocuWare) reibungslos funktionieren.
- Parallelbetrieb alter und neuer Infrastruktur, bis alle Funktionen getestet und stabil sind.
4. Abschaltung und Optimierung
- Gezielte Abschaltung alter Systeme, sobald alle Daten und Anwendungen vollständig übernommen sind.
- Monitoring und Feinjustierung von Performance, Sicherheit und Nutzerzugriffen.